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Berichte - Allgemein - Ein Aquarium ohne Doktorfische
 
Bericht / Februar 2011

Ich hatte 2010 das Vergnügen zwei Umzüge mit meinem 560 Liter Becken zu bewerkstelligen. Jeder Umzug hatte deutliche Spuren hinterlassen und es kam zu Verlusten im Fischbestand.

Der erste Umzug war gut geplant und erfolgte über drei Wochen. In der neuen Wohnung wurden zwei Übergangsbecken (360 und 100 Liter) aufgestellt, mit Wasser befüllt und mit Steinen aus dem Hauptbecken bestückt. Nach zwei Wochen habe ich die Fische aus dem Hauptbecken gefangen und in die Übergangsbecken gesetzt. Warum ausgerechnet am zweiten Tag der Abschäumer im 360 Liter Übergangsbecken ausfallen musste weiß ich nicht. Gleichzeitig fiel die Belüftungspumpe im 100 Liter Übergangsbecken aus. Dadurch waren beide Becken über mehrere Stunden (man geht ja auch mal Arbeiten) nicht ausreichend belüftet und es sind insgesamt 4 Fische gestorben. Darunter waren meine zwei Flavescens.

Eine Woche später stand das Hauptbecken fertig eingerichtet in der neuen Wohnung. Keiner der Insassen, die den Ausfall des Abschäumers und der Belüftungspumpe überlebten, zeigte irgendwelche Krankheitssymptome. Es kam nicht zu den klassischen Einfahrphasen. Das Hauptbecken startete sehr gut, so als hätte kein Umzug stattgefunden. Zwei neue Flavescens zogen auch wieder ein.


Der zweite Umzug wurde natürlich auch genau geplant und dauerte 3 Tage. Styroporboxen, Beutel und Fässer für die Fische und Steine standen bereit. Außerdem kam mir diesmal ein erfahrener Aquarianer zu Hilfe und so standen wir zu zweit vor meinem Aquarium. Wir sprachen uns zwischendurch bezüglich der nächsten Schritte ab und alles lief perfekt. Jeder Handgriff saß. Nach sieben Stunden war das Hauptbecken komplett leer und gereinigt. Die Fische, Wirbellosen und Korallen waren in den Übergangsbecken (360 und 100 Liter) in der neuen Wohnung. Der Korallenbruch in Meerwasser gereinigt und in Maischefässern zwischen gelagert.

Am nächsten Morgen zog das Hauptbecken um (ein Sackkarren, Griffe mit Saugnäpfen und ein paar Freunde standen bereit) und wurde direkt aufgestellt. Am Nachmittag standen wir wieder zu zweit vor meinem Hauptbecken und richteten es ein. Es lief alles perfekt.

Was in der einen Stunde passierte als ich meinen Helfer nachhause fuhr möchte ich nicht genauer beschreiben. Es war der Megagau!!! Als ich wieder in meiner neuen Wohnung war, sah ich die Katastrophe und rettete was zu retten war. In den nächsten zwei Tagen starben 5 Fische. Darunter meine neuen Flavescens und mein handzahmer und Chef im Aquarium Zebrasoma Xanthurum.

Der erste Gedanke war, ich werde jetzt dieses Hobby aufgeben und alles verkaufen. Ich habe mich aber entschlossen einen guten Freund anzurufen um seine Meinung zuhören. Ich habe seinen Rat befolgt und mein Aquarium behalten.

Drei Monate nach dem Megagau, betreibe ich das Aquarium ohne Doktorfische. Diese Entscheidung habe ich bis jetzt nicht bereut. Es ist ein völlig anderes Becken.

Die Dominanz des Xanthurums war schon beachtlich er kontrollierte alles und drängte durch seine hektischen Bewegungen ruhigere Fische in den Hintergrund. Besonders das Verhalten der Wächtergrundel und dem Knallkrebs hat sich verändert. Jedes mal, wenn ich mich dem Aquarium näherte, zog sich die Grundel in ihre Höhle zurück. Ebenso, wenn der Xanthurum zu nah an die Höhle heran kam. Die Grundel und der Knallkrebs kamen nie wirklich zu Ruhe und waren sehr scheu. Heute ist alles anders. Ich kann vor dem Becken auf und ab laufen ohne das sich die Grundel in die Höhle zurück zieht. Im Gegenteil ich kann mich direkt vor ihr hinsetzten und sogar meine Hand an die Scheibe halten. Außerdem bekommt die Wächtergundel jetzt auch mehr Futter ab, was man an dem wohlgenährten Bauch sehen kann. Man kann sagen, dass sich das Gesamtbild des Aquarium geändert hat. Das Verhalten des jetzigen Fischbestands ist einfach viel ruhiger und auch beruhigender.


 
 
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