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Ich hatte 2010 das Vergnügen zwei Umzüge mit
meinem 560 Liter Becken zu bewerkstelligen. Jeder Umzug hatte deutliche
Spuren hinterlassen und es kam zu Verlusten im Fischbestand.
Der erste Umzug war gut geplant und erfolgte
über drei Wochen. In der neuen Wohnung wurden zwei Übergangsbecken (360
und 100 Liter) aufgestellt, mit Wasser befüllt und mit Steinen aus dem
Hauptbecken bestückt. Nach zwei Wochen habe ich die Fische aus dem
Hauptbecken gefangen und in die Übergangsbecken gesetzt. Warum
ausgerechnet am zweiten Tag der Abschäumer im 360 Liter Übergangsbecken
ausfallen musste weiß ich nicht. Gleichzeitig fiel die Belüftungspumpe
im 100 Liter Übergangsbecken aus. Dadurch waren beide Becken über
mehrere Stunden (man geht ja auch mal Arbeiten) nicht ausreichend
belüftet und es sind insgesamt 4 Fische gestorben. Darunter waren meine
zwei Flavescens.
Eine Woche später stand das Hauptbecken fertig
eingerichtet in der neuen Wohnung. Keiner der Insassen, die den Ausfall
des Abschäumers und der Belüftungspumpe überlebten, zeigte irgendwelche
Krankheitssymptome. Es kam nicht zu den klassischen Einfahrphasen. Das
Hauptbecken startete sehr gut, so als hätte kein Umzug stattgefunden.
Zwei neue Flavescens zogen auch wieder ein.
Der zweite Umzug wurde natürlich auch genau
geplant und dauerte 3 Tage. Styroporboxen, Beutel und Fässer für die
Fische und Steine standen bereit. Außerdem kam mir diesmal ein
erfahrener Aquarianer zu Hilfe und so standen wir zu zweit vor meinem
Aquarium. Wir sprachen uns zwischendurch bezüglich der nächsten Schritte
ab und alles lief perfekt. Jeder Handgriff saß. Nach sieben Stunden war
das Hauptbecken komplett leer und gereinigt. Die Fische, Wirbellosen
und Korallen waren in den Übergangsbecken (360 und 100 Liter) in der
neuen Wohnung. Der Korallenbruch in Meerwasser gereinigt und in
Maischefässern zwischen gelagert.
Am nächsten Morgen zog das Hauptbecken um
(ein Sackkarren, Griffe mit Saugnäpfen und ein paar Freunde standen
bereit) und wurde direkt aufgestellt. Am Nachmittag standen wir wieder
zu zweit vor meinem Hauptbecken und richteten es ein. Es lief alles
perfekt.
Was in der einen Stunde passierte als ich
meinen Helfer nachhause fuhr möchte ich nicht genauer beschreiben. Es
war der Megagau!!! Als ich wieder in meiner neuen Wohnung war, sah ich
die Katastrophe und rettete was zu retten war. In den nächsten zwei
Tagen starben 5 Fische. Darunter meine neuen Flavescens und mein
handzahmer und Chef im Aquarium Zebrasoma Xanthurum.
Der erste Gedanke war, ich werde jetzt
dieses Hobby aufgeben und alles verkaufen. Ich habe mich aber
entschlossen einen guten Freund anzurufen um seine Meinung zuhören. Ich
habe seinen Rat befolgt und mein Aquarium behalten.
Drei Monate nach dem Megagau, betreibe ich
das Aquarium ohne Doktorfische. Diese Entscheidung habe ich bis jetzt
nicht bereut. Es ist ein völlig anderes Becken.
Die Dominanz des Xanthurums war schon
beachtlich er kontrollierte alles und drängte durch seine hektischen
Bewegungen ruhigere Fische in den Hintergrund. Besonders das Verhalten
der Wächtergrundel und dem Knallkrebs hat sich verändert. Jedes mal,
wenn ich mich dem Aquarium näherte, zog sich die Grundel in ihre Höhle
zurück. Ebenso, wenn der Xanthurum zu nah an die Höhle heran kam. Die Grundel
und der Knallkrebs kamen nie wirklich zu Ruhe und waren sehr scheu.
Heute ist alles anders. Ich kann vor dem Becken auf und ab laufen ohne
das sich die Grundel in die Höhle zurück zieht. Im Gegenteil ich kann
mich direkt vor ihr hinsetzten und sogar meine Hand an die Scheibe
halten. Außerdem bekommt die Wächtergundel jetzt auch mehr Futter ab,
was man an dem wohlgenährten Bauch sehen kann. Man kann sagen, dass
sich das Gesamtbild des Aquarium geändert hat. Das Verhalten des
jetzigen Fischbestands ist einfach viel ruhiger und auch beruhigender.
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